Die „Mühl-Maichert“ ist 102

Margarete Meier aus Thuisbrunn ist älteste Gräfenbergerin

GRÄFENBERG — Zu ihrem 102. Geburtstag konnte die älteste Bürgerin von Gräfenberg, Margareta Meier, weitaus besser bekannt als „Mühl-Maichert“, die Glückwünsche von Landrat Reinhardt Glauber, Bürgermeister Werner Wolf und der neuen Interimspfarrerin Maria Reichel entgegen nehmen.
Noch immer lebt sie, eine geborene Ruder, in ihrem Geburtsort Thuisbrunn im Haus ihrer Eltern, der alten Mühle — die im Jahr 1892 von ihrem Vater erworben wurde — zusammen mit ihrem Sohn Fritz und dessen Ehefrau Anneliese, die sie rührend umsorgen. Und alle Jahre wieder versammeln sich an diesem besonderen Tag alle ihre Familienangehörigen um die Seniorin. Die Familie Meier ist weitverzweigt, sie kommen aus Ortspitz, aus Haidhof und aus Egloffstein, aus Hammermühle und aus Höfles. Wie schon in den vielen Jahren davor erwartete sie ihre Gäste in der „guten Stub’n“, die schon früher der Lebensmittelpunkt der Familie war.
Frühzeitig arbeitete die rüstige Jubilarin im Familienbetrieb mit, wo neben der Mühle auch ein kleinerer landwirtschaftlicher Betrieb geführt worden war. Die Arbeit, so ihr Credo, war ihr Lebensinhalt, nie hat sie sich über die Last beschwert, die sie Zeit ihres Lebens zu tragen hatte. 1930 wurde ihr erster Sohn Leonhardt geboren, der jetzt mit seiner Frau Fanny in München lebt. 1932 heiratete sie ihren Ehemann Georg, der stieg in den Betrieb mit ein. 1935 wurde ihr zweiter Sohn Fritz geboren, er hat sogar noch den Beruf des Müllers gelernt, denn bis zum Jahr 1964 wurde die Mühle noch betrieben.
Die Jubilarin nimmt auch noch mit großem Interesse am täglichen Leben teil, und es ist noch nicht lange her, da ließen es die Augen noch zu, dass sie vor dem Fernseher saß und auch noch die tägliche Zeitung las. Auch heute noch erledigt sie viele täglichen Dinge mit kleiner Hilfestellung, Unterstützung in der Pflege erhalten die Angehörigen von der Diakoniestation.
Bürgermeister Wolf überreichte einen Blumengruß. Nicht nur die neue Pfarrerin verblüffte sie, indem sie einen Psalm vortrug, auch die Bläser des Thuisbrunner Posaunenchores die zu einem Geburtstagsständchen aufspielten, konnten sich über die Textkenntnisse der Jubilarin wundern. Eine kleine musikalische Freude bereiteten auch die Damen aus dem Kirchenchor, in dem sie viele Jahre lang aktiv mitgesungen hat.

Urheber- und Quellenvermerk:"Verfasser/Nürnberger Nachrichten"